Tarnname See I & See II

Ein Bericht über die ehemaligen Werke der Pulver und Sprengstofferzeugung in Mecklenburg-Vorpommern

Startseite

  • Übersichtsplan der Rüstungswerke aus Mecklenburg-Vorpommern im Kreis Ueckermünde

bersichtsplan-2

Die Lage der Pulverwerke SEE I (Ueckermünde), SEE II (Torgelow/Spechtberg) und der Luftwaffenmunitionsanstalt 1/III (Torgelow)

Vorwort

Ich bin in der vorpommerschen Stadt Torgelow aufgewachsen und habe hier fast mein ganzes, bisheriges Leben verbracht. An meine Jugendzeit kann ich mich nur noch zu gut erinnern. Mit dem Moped zum ersten mal richtig mobil, gingen wir daran, die Wälder in unserer Umgebung zu erkunden.

Vieles von dem, was wir damals gesehen haben ist heute, 20 Jahre später, nur noch schwer zu erkennen oder ganz verschwunden. Fasziniert erkundeten wir vor allem die vielen zerstörtenBunker, welche einige Wälder unserer Umgebung zahlreich aufwiesen.

Mythen und Legenden haben wir als unwissende Jungendliche gesponnen und so manches Gespenst erfunden. Doch was haben wir dort eigentlich gesehen? Auch im Freundeskreis bin ich mit dieser Frage vorwiegend auf Unwissenheit gestoßen. So entstand die Idee zu dieser Hompage.

Mühsam zusammengetragene Geschichtsfragmente, ergänzt mit dem tief verschlossenen Wissen aus Stadtarchiven und anderen historischen Quellen versuche ich hier zusammenzustricken.

Ich möchte mit dieser Seite einfach nur das Wissen über ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte bewahren, und das politisch völlig neutral! Ich wünsche dem Leser meiner Seite viel Erfolg beim Stöbern und hoffe, daß er vielleicht auch so manches Unbekannte erfährt. Natürlich erhebe ich keinen Anspruch darauf, daß ich alles richtig zusammengetragen und aufgeschrieben habe. Daher bin ich für Hinweise, Ratschläge und weitere Informationen immer dankbar.

………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….

Allgemeiner Teil

Wir schreiben das Jahr 1933, nicht nur Adolf Hitler ist an die Macht gekommen, sondern auch eine Nationalsozialistische Deutsche Partei mit einer Großindustrie im Hintergrund stehen für das neue Dritte Reich. Es beginnt eine umfassende Wiederaufrüstung, Produktionsstätten werden errichtet, modernste Waffen und Munition entwickelt und in die Produktion eingeführt. Der Bedarf an Fachleuten und ungelernten Arbeitskräften steigt rasant an.

Die Sprengstoff- und Munitionsfabriken erfüllen im Ramen des Rüstungsprogramms ihren Beitrag für den herannahenden Krieg. Der Bedarf an Ausrüstung, Waffen und Munition ist hoch, es werden Pläne zur Gestaltung der Wirtschaft entwickelt, exakte Vorgaben für die einzelnen Bereiche der Wirtschaft erarbeitet und die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen.

Es vergehen kaum Jahre nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten, da entstehen bereits bunkerähnliche Produktionsstätten in vielen Landschaften Deutschlands, gebaut unter spezifischen wirtschaftlichen und militärischen Gesichtspunkten.

Wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hatte Prof. Dr. Phil. Carl Krauch, Vorstandsmitglied im IG-Farben-Konzern und gleichzeitig Generalbevollmächtigter für Sonderanfragen der chemischen Industrie. In seinem Amt liefen die Vorstellung der Werhrmacht, der chemischen Industrie und aller anderen für den Krieg wichtigen gesellschaftlichen Bereiche zusammen, um zu effektiven Maßnahmen gebündelt zu werden. So wird nach 1945 eine Expertenkommission im Auftrag des amerikanischen Generals Eisenhower zum Beitrag der IG Farbenindustrie AG zur deutschen Kriegsvorbereitung folgende Einschätzung geben:

“Ohne die IG Farbenindustrie AG mit ihren riesigen Produktionsstätten, ihrer weitreichenden Forschung und vielfältigen Erfahrungen sowie ihrer umfassenden Konzentration wirtschaftlicher Macht wäre Deutschland im September 1939 nicht in der Lage gewesen, seinen Angriffskrieg zu beginnen.”

Die Pulver und Sprengstoffherstellung standen unter dem Einfluß der IG-Farben solche bedeutenden Unternehmen wie die Dynamit-A.G.(DAG) und die Westfälisch-Anhaltische Sprengstoff AG (WASAG). Sie waren in Deutschland marktführend und international sehr aktiv. Sie sind letztendlich die Aktiengesellschaften, die im Auftrag der Wehrmacht u.a. die Werke bei Ueckermünde und Torgelow errichteten. Dafür steht das raffinierte Montanschema zur Finanzierung und dem rechtlichen Aufbau dieser Werke.

Kurz gesagt: Der Staat beauftragt, finanziert und verpachtet – das Privatunternehmen baut und betreibt. Ein effektives Zusammenspiel von Staat, Militär und Wirtschaft. Ihre militärische Zielsetzung läßt sich auch daraus ableiten, daß beide Werke bereits in der Planungsphase die Tarnbezeichnung SEE I und SEE II erhielten.


Comments are closed.

  • Seitenaufrufe

    Gesamt: 51472